AUFBRUCH ZUM MOND – And the Oscar goes to…

© Universal Pictures

Wer Damien Chazelle, Ryan Gosling und Justin Hurwitz hört denkt wohl zuerst an eins: LA LA LAND. Das das Trio auch Spacemovies kann, scheint im ersten Augenblick überraschend. Doch mit AUFBRUCH ZUM MOND, der Geschichte rund um Neil Armstrong und die erste Mondlandung, ist ihnen erneut ein Film gelungen, der sich in die Geschichtsbücher eintragen wird. Hoffentlich diesmal nicht, weil ihnen ein Oscar weggenommen wird.

Ganz ehrlich: Ich hasse es, wenn ich nach und nach jeden Film den ich sehe, negativ bewerte. Ich weiß ich bin kritisch, aber kann mir rein gar nichts gefallen? Mich plagt beinahe ein schlechtes Gewissen, immerhin weiß ich wieviel Arbeit in jedem Projekt steckt. Wieviele Jahre, Monate, Wochen daran gearbeitet wurde. Wieviele Menschen ihr Herzblut geopfert haben. Aber meine Meinung ist meine Meinung. Ich teile sie hier, weil ich Spaß und Freude daran habe Filme zu sehen. Wenn jemandem meine Meinung nicht passt, muss er sie ja nicht lesen oder kann auch gut und gerne anderer Meinung sein.

Als ich heute in die Pressevorführung von AUFBRUCH ZUM MOND ging hatte ich Angst, denn anders als angekündigt sollte der Film auf Deutsch und nicht Englisch gezeigt werden. Seit ich Filme und Serien nur noch auf Englisch sehe, fällt es mir immer schwerer die Deutsche Synchronisation auszuhalten. Emotionslos und einfach falsch hören sich die Schaupieler da für mich an. Das ich komplett auf die Sprache vergessen konnte, heißt da schon etwas.

Aber ganz ehrlich. Ich bin mit Null Erwartung in den Film gegangen. Ich wusste nur, dass Kritiker ihn hoch lobten. Und dem kann ich mich nur anschließen. Ich weiß nicht, ob ich dieses Jahr schon einen besseren Film gesehen habe. AUFBRUCH ZUM MOND ist das, was ich an Filmen so liebe: Ein Abenteuer, das dich voll und ganz einnimmt!

Natürlich liegt dem Film mit der Geschichte des wohl bekanntesten Astronauten, Neil Armstrong, bereits unfassbar grandioses Material zu Grunde. Trotzdem überzeugt der unter der Regie von Damien Chazelle (LA LA LAND) gedrehte Film durch mehr als nur Story. Eigentlich überzeugt der Film von vorne bis hinten. Von der Musik und ihrem Einsatz, dem Drehbuch, dem Setting und vor allem der Kamera.

Die Kameraführung von Linus Sandgren (LA LA LAND, AMERICAN HUSTLE) ist klaustrophobisch, emotionslos und schafft es mit der Wahl zu einem sehr engen Bildausschnitt eine beklemmende Nähe zu schaffen, die vor allem bei den diversen Shuttle/Kapselszenen vollste Wirkung erzielt. Man ist nicht nur dabei, man ist MITTEN DRIN! Und das selbst, wenn man den Film auf der IMAX Leinwand sieht. (Achtung nur, wer an Bewegungskrankheit (motion sickness) leidet. Die großteils Handgehaltene Kamera wackelt oft sehr gewaltig.)

Die Musik von Justin Hurwitz (LA LA LAND) ist eine Mischung aus All und Klassik und schafft es Stimmung nicht nur in ihrem Klingen, sondern auch in ihrer Stille zu erzeugen. Der Einsatz der Musik ist definitiv ein Schlüsselelement und perfekt gelungen. Vor allem die in Spacemovies so gern genutzte Stille schafft es, trotz ihrer Seltenheit im Kinosaal, eine Vertrautheit und Emotion im Publikum zu erzeugen. Berührt und aufmerksam wird durch sie nur noch genauer observiert, was Ryan Gosling und Claire Foy da gerade auf der Leinwand bieten.

Das komplette Ensemble ist perfekt gecastet. Gosling überzeugt als der durch den Tod seiner Tochter gezeichnete Neil Armstrong. Claire Foy spielt seine Ehefrau Janet, die nicht nur Ehefrau, sondern Frau und Mutter ist. Sie verkörpert eine Stärke und schafft es trotzdem die Angst in den gefragten Szenen hindurchsickern zu lassen. Beides definitive Awardkandidaten.

AUFBRUCH ZUM MOND ist ein absolutes MUST-SEE und hat sich mit dieser Leistung definitiv für den OSCAR angemeldet. Ob der Film einen Preisregen erleben darf, steht noch in den Sternen. Bis dahin: AB INS KINO UND ANSEHEN!

AUFBRUCH ZUM MOND (FIRST MAN) ab 8. November im Kino!

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