BLADE RUNNER 2049 – Habe ich gerade Gott gesehen?

Erst vor wenigen Tagen die Bildungslücke mit dem Schauen des 1982 veröffentlichten BLADE RUNNER Films geschlossen, war es Pflicht die Neuverfilmung am Eröffnungsabend zu sehen. In der IMAX Version. Noch nie waren knapp 16 Euro so wert ausgegeben zu werden. Das beinahe 3 Stunden Spektakel ist eine Ergötzung für Augen und Ohren und schwingt auf eine Art und Weise mit, wie ich es schon lange nicht mehr bei einem Film erlebt habe. BLADE RUNNER 2049 ist definitiv ein absolutes Muss!

MIt einer Bildgewalt, die ihres gleichen sucht, startet BLADE RUNNER 2049 in seine 163 minütige Laufzeit. Eine Laufzeit die erstmal ein wenig Schlucken lässt, schlussendlich aber nichts mit dem Gefühl zu tun hat, das einem der Film vermittelt. Meditativ, fast wie in Trance schwappen die Bilder, deren Farben ein Augenschmaus par excellence sind, über einen hinweg. Von den Kostümen bis zum Setdesign, den Spezialeffekten, den Schauspielern, dem Dialog, der Musik. Einfach alles stimmt.

BLADE RUNNER meets CITIZEN KANE – kam mir immer wieder in den Kopf, während ich versuchen musste meinen Mund geschlossen zu halten. Jedes Bild, jede Bewegung, jede Einstellung, jede Note zur Perfektion getrimmt ist der Film ein Meisterwerk, den man jedoch definitiv nicht auf einem kleinen Mini-TV zuhause schauen sollte. BLADE RUNNER 2049 muss in seiner ganzen Schönheit und Glorie auf einem Kinoscreen gesehen werden, am besten IMAX. So richtig eintauchen in diese Welt.

Obwohl der Film eine Forsetzung ist, steht er ebenso gut für sich alleine. Ob man sich, ohne den ersten Film gesehen zu haben, 100%ig ausgekennt ist für mich schwer zu beurteilen, allerdings werden die Referenzen zu Teil 1 meist kurz „wiederholt“. Das Harrison Ford wieder an Board ist, ist super…merkt man ihm sein Alter mittlerweile allerdings auch schon an. Ryan Gosling wird zum Meister des Non-Actings bis er bei der Hälfte des Films scheinbar seine wahre Vergangenheit findet. Jared Leto hingegen schien nach seinem ersten Auftreten vollkommen überflüssig. Und auch sonst muss ich zugeben, dass ich vom überaus engagierten und seiner Rolle hingebungsvollen, Thirty Seconds to Mars Sängers eher „underwhelmed“ war. Robin Wright, Ana de Armas, Sylvia Hoeks, Mackenzie Davis & Carla Juri führen einen starken Frauencast an und hinterlassen mein „starke weibliche Charaktere“ Herz in einer vor stolz etwas geschwolleneren Brust.

Regisseur Denis Villeneuve kann schon mal beginnen Platz zu schaffen, weil wenn BLADE RUNNER 2049 in der kommenden Award Season nicht ein paar Trophäen mit nimmt (allen voran Roger Deakins), weiß ich auch nicht.

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