Gedanken: 19. Oktober 2017

Kennt ihr das? Ihr schafft es endlich euch zu einer Entscheidung durchzuringen und prompt passiert etwas, dass euch all eure Pläne wieder durcheinanderbringt? Früher hatte ich das Problem nie. Da war ich mutig, habe nach dem Herzen entschieden. Bauchgefühl. Wie immer man es nennen will. Heute habe ich einige Erfahrungen mehr hinter mir und der Kopf übertönt alles. So laut, dass ich die letzten Jahre kaum bis gar nichts gewagt habe. Eigentlich arg, wenn ich daran denke, dass ich mit 18 Jahren, felsenfest von mir und meinen Entscheidungen überzeugt, nach Amerika gegangen bin. Ich wusste einfach, dass ich das machen muss. War überzeugt, dass ich es schaffen würde. Auch wenn heute so viele bewundernd meiner Geschichte von damals lauschen, habe ich immer noch Probleme die ganze Sache als Erfolg zu sehen. Aber das Gefühl des Scheiterns wird mittlerweile Gott sei Dank weniger.

Momentan stehe ich vor einer großen Entscheidung bzw. eigentlich habe ich mich schon entschieden, hätte ich heute nicht DEN Job gefunden. Sofort fing der Kopf wieder an sich laut zu melden. Das geht aber nicht. Du musst aber. Das macht man so nicht. Es gibt eine Reihenfolge. NEIN! AUS! ES REICHT! Ich will nicht mehr Angst haben! Ich will nicht mehr entscheiden, weil etwas logischer ist, oder weil alle das so machen. Ich habe früher genau NICHT so entschieden. Weil ich anders sein wollte. Und tief drinnen in mir spüre ich das auch. Ich will ANDERS sein! Nicht in meiner Mode oder meiner Art Kunst zu kreieren. Ich bin weder besonders interessiert an Mode, noch verstehe ich etwas davon. Kleidung ist für mich zum Anziehen da, dass ich nicht nackt durch die Straßen laufe. Am besten schwarz oder grau, nur die zwei unterschiedlich bunten Socken dürfen nicht fehlen.

Ich habe mich also entschieden. Sollte das mit dem Job klappen, super. Aber ich werde dafür nichts opfern. Werde nicht mehr Angst haben.

Mein ganzer Körper fühlt sich momentan so an, als würde er innerlich zerreißen, aber das macht nichts. Das ist nur die Angst. Und keine Überlebensangst, sondern einfach die Angst einmal aus der eigenen Komfortzone zu treten und wieder etwas zu wagen.

Ich stelle mir das gerade so vor als hätte ich dem Kopf das Ruder unseres Schiffes entrissen und es dem Herzen in die Hand gedrückt. Es ist noch etwas unsicher im Lenken, vor allem weil der Kopf danebensteht und lautstark auf es einredet. Aber das Herz hat Mut und lenkt das Schiff aus den ruhigen, ereignislosen Gewässern die wir die letzten Jahre befahren haben auf hohe, stürmische See.

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