Gedanken: 5. November 2017

Ich dachte immer, dass ich mit 26 Jahren mein Leben auf der Reihe habe. Eine eigene Wohnung, einen Freund, in meinen Teenager Jahren war ich gedanklich sogar schon beim ersten Baby. Ja, die Wohnung habe ich. Den Freund nicht. Und in Sachen Baby fühle ich mich so weit entfernt wie noch nie in meinem Leben…wobei eigentlich kann man die 12 Wochen alte Welpin, die seit 10 Tagen bei mir wohnt als solches bezeichnen. Ich bin ehrlich, momentan sind die Zweifel ob es die richtige Entscheidung war einen Hund zu nehmen absolut und oft präsent. Ich habe die Aufgabe ein Hundebaby zu erziehen eindeutig unterschätzt. Schlaflose Nächte, Pipi auf jedem Teppich in der Wohnung, Kauattacken gegen alles und jeden und dann auch noch eine Magen-Darm-Krankheit. Ich sag mal so: Ich bin fertig….fix und fertig. Mit den Nerven, mit dem Leben, mit mir. Und klar, ich weiß, dass ich schamlos übertreibe, dass es vielen so geht mit einem Welpen und dass alles besser wird. Aber so sehr ich mir das tagtäglich vor Augen führe und so sehr ich mich über die kleinen Erfolge freue, es dominiert das Scheitern. Vor allem meine Eltern tun mir leid, die müssen sich mein Gejammer anhören und opfern ihre wertvolle Zeit um mir in meinem selbstkreierten Chaos/Leid beizustehen. Muss ich noch sagen, dass ich mich deswegen ebenfalls schuldig fühle?

Aber so oft mir in den letzten Tagen für einen Moment der Gedanke gekommen ist aufzugeben, sie wegzugeben und wieder in meine Komfortzone zurückzukehren, so oft hat mich dieser kleine Jack Russell Terror mit seinen treuherzigen Augen angeschaut und ich wusste, dass ich es nicht übers Herz bringe.

„So anstrengend der Hund auch ist, du weißt du liebst ihn wenn Durchfalltapezierung und Kotzfleck am geliebten Teppich dich nicht aufregt.“

Ja, ich gebe es zu. Ich sehne mich nach etwas Ruhe. Danach nicht alle 2 – 3 Stunden hinunterzugehen und darauf zu hoffen das Madam sich genehmt ein Häufchen oder Lackerl zu tun. Ich sehne mich nach einem ruhigen Fernsehabend ohne dauernd darauf schauen zu müssen welcher Teppich jetzt gerade wieder daran glauben muss. Aber wenn sie dann friedlich auf mir schlummert und zuckt weil sie die Erlebnisse des Tages verarbeitet…dann ist es einfach um mich geschehen und ich weiß, mit viel Arbeit, wird alles gut.

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