Jenseits von Afrika (1985) – Es gibt Männer und es gibt Robert Redford

Es gibt nicht viele Möglichkeiten, die richtige Filmauswahl zu treffen. Entweder man weiß bereits vorab, welchen Film man sehen möchte, oder man entscheidet sich spontan. Wobei spontan gerne, zumindest bei mir, auch mal in einem ausgiebigen Stöbern auf Netflix und im eigenen DVD Regal enden kann – die Dauer überschreitet dabei nicht selten die Länge eines Spielfilms.

Wenn ich etwas ganz spezielles suche, weil ich ein gewisses Gefühl spüren möchte, weil ich eine bestimmte Geschichte sehen, vielleicht genau den einen Schauspieler sehen möchte, ende ich nicht selten bei einem meiner Standard Filme. Geschichten die man kennt, wo man weiß, was sie in einem auslösen. Man achtet kaum noch auf die Geschichte, ist schon viel mehr mit der Kamera, dem Produktionsdesign oder jeder einzelnen Mimik der Schauspieler beschäftigt. Man kann den Text schon mitreden und die Tränen schießen einem schon beim ersten Ton des „Love Themes“ in die Augen, obwohl eigentlich noch gar nichts passiert ist.

Auch heute wäre ich wieder beinahe bei einem meiner Favorites gelandet. Ich habe zuvor etliche Genres auf Netflix durchgeklickt und obwohl sicher der ein oder andere Film, der auf meiner „Must-Watch“ Liste steht, dabei war, konnte ich mich nicht wirklich entscheiden. Auch mein DVD Regal bereitet mir in Sachen Filmauswahl mittlerweile schon mehr Sorgen als Freude…es ist einfach nie das richtige dabei…okay, selten.

Wie ich bereits schon in meinem Post über West Side Story im Gartenbaukino geschrieben habe, habe ich mir vor mittlerweile gut einem Monat von meinen Gutscheinen die ich zu Weihnachten bekommen habe, günstige DVDs gekauft. Klassiker, die man gesehen haben sollte. Unter anderem mit dabei: „Jenseits von Afrika“. Der Taschentuchgarant mit der Queen persönlich, Meryl Streep, dem wohl wunderhübschesten Blondschopf, Robert Redford, und mit dem österreichischen Talent und Heimatbonus geht immer, Klaus Maria Brandauer, ist erst sehr kurz auf meinem Filmradar. Irgendwie habe ich es geschafft ihn 25 Jahre selbst im Primetime TV zu verpassen. Also hieß es Taschentücher bereitlegen und den DVD Player anwerfen.

Mich würde es wirklich interessieren, wie es gewesen wäre, hätte ich 1985 gelebt und den Film damals gesehen. Die Geschichte, basierend auf wahren Begebenheiten, ist die wundervolle Liebesgeschichte von Karen (Meryl Streep) und Denys (Robert Redford), einer Plantagenbesitzerin und eines wilden Freigeists. Sie verheiratet und unglücklich, er Freigeist und doch fasziniert von dieser Frau, die auf einem Kontinent, der ihr zu Beginn so fremd ist, allen den Kopf verdreht. Sie ist stark, selbstbewusst und geht ihren eigenen Weg.

Meryl Streep bezaubert mit ihrem leichtfüßigen Schauspiel. Sie schafft eine Persönlichkeit die so überaus menschlich ist, dass man sie gerne Kennenlernen möchte. In jeder Kameraeinstellung ist so viel zu entdecken, den ganzen Film über möchte man immer nur sie anstarren. Betonung liegt hier eindeutig auf möchte, denn schneidet das Bild einmal zu Denys, ist es um mich geschehen. Robert Redford war bereits 49 Jahre alt, aber das tat ihm wohl nur gut. Nicht nur, dass er umwerfend aussieht, also ich meine, bitte entschuldigt, sondern ihn umgibt auch einfach eine ganz spezielle Aura…einfach herrlich.

Neben den atemberaubenden Kameraeinstellungen, und Schauspieler Close Ups, ist vor allem die Musik ein, für mich, sehr wichtiger Teil eines Films. Ich liebe Filmmusik. Darum, muss ich gestehen, war ich besonders stolz auf mich, als ich gleich bei den ersten Klängen des Themas John Barrys Handschrift erkannte. Der Brite hat eine sehr eindeutige Noten- und Klangauswahl. Wenn ihr die alten Bonds kennt (z.B. „From Russia With Love“, „Dr. No“ und eigentlich eh alle bis 1987) oder die über 100 anderen Filme für die er komponiert hat (z.B. „Der mit dem Wolf tanzt“), und ihr euch für Filmmusik interessiert, kann euch der „Jenseits von Afrika“ Score schon bekannt vorkommen. Barry hat eine sehr weiche „Stimme“, die Geigen dominieren und irgendwie…ist es einfach gut zu erkennen. Herrlich. Ich höre sie gerade und sitze sofort im Flugzeug mit Denys, den Blick über die weiten Ebenen des Kontinents gerichtet. (Oder mit James Bond in einem Boot, Venedig verlassend. – Es klingt einfach wirklich ähnlich.)

„Jenseits von Afrika“ ist ein perfekter „ich – muss – mich – mal – wieder – so –richtig –ausheulen“ Film. Also Taschentücherbox in Reichweite aufstellen, gemütlich machen und Play.

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.