MAXIMILIAN – Das Spiel von Macht und Liebe (Teil 2)

Zum Bericht über Teil 1 geht es hier.

Zweite Teile sind sehr oft Flops. Als sogenannter „Übergangsfilm“ tragen sie den Zuschauer von der Einführung zum finalen Höhepunkt und bleiben dabei oft auf der Strecke. Eigentlich haben die Filmemacher schon das große Ende (DIE IDEE!) geplant, und leider hatten sie die Idee nicht beim 1. Teil, darum müssen sie sich unter biegen und wenden der Charaktere über Lianen, Hängebrücken und durchs Gestrüpp hangeln und kämpfen, um irgendwie einen glaubhaften Versuch zu wagen, von A nach C via B zu kommen. (So sehr ich „Fluch der Karibik: Dead Man’s Chest“ liebe….das offene „Da kommt noch mehr“-Ende wird mich wohl ein Leben lang stören.)

Natürlich ist MAXIMILIAN – DAS SPIEL VON MACHT UND LIEBE (2) nicht ein „normaler“ 2. Teil. Die Geschichte geht nahtlos weiter, musste einfach nur unterteilt werden, weil niemand in Europa das Sitzfleisch für 270 Minuten hat…wir sind eben nicht das Ausmaß eines Hindi Films gewohnt. (Spaß! Auch Hindi Filme sind nicht so lang, aber mit 170 Minuten ist man bei den, bei indischen Schauspielern ungern als, Bollywood Filmen bezeichneten Kinoerlebnissen locker dabei.)

Im 2. Teil von Andreas Prochaskas Historiendrama, zieht Maximilian vom österreichischen Hof in Richtung Gent um Maria, die Herzogin von Burgund, zur Frau zu nehmen. Doch während der Kaisersohn an der Pest erkrankt, klopfen Marias Feinde bereits an deren Burgtor (übrigends die Burg Kreuzenstein in Niederösterreich). In die Enge getrieben, wird sie erneut vor die Frage gestellt ob ihre Zugehörigkeit dem französischen König oder Österreich gehört. Als Frau und einzige Erbin ihres Vaters, des Herzogs, bestimmt ihre Entscheidung jedoch nicht nur wen sie heiratet, sondern auch was mit Burgund und ihrem Volk passiert.

Ich bin schon gespannt was der dritte und letzte Teil mitbringen wird, bis jetzt aber scheint mir MAXIMILIAN – DAS SPIEL VON MACHT UND LIEBE ein sehr langsamer, ruhiger Fernsehfilm. Die Handlung schleicht nicht, nimmt aber auch kein mitreißendes Tempo auf. Keine Szene scheint mehr oder weniger wichtig als die davor. Es ist wie ein sanftes Dahinplätschern, nicht langweilig, aber überraschend entspannt. Highlights werden nicht hervorgehoben, sondern treiben die Geschichte vorwärts. Fast so als ginge man mit stehtem Schritt auf einen wahrhaft gigantischen Höhepunkt zu…ein bisschen wie die Ruhe vor dem Sturm.

Auch die Charaktere, ausgenommen sind hier Maximilian und Maria von Burgund, wirken alle gleichwertig. Keiner tritt besonders hervor oder sticht heraus – außer vielleicht Tobias Moretti…aber das kann auch die Frisur sein.

Es war nicht nur einmal, das ich mich gefragt habe, ob der Dreiteiler nicht falsch benannt ist, scheint Maria von Burgund doch die präsentere Hauptrolle. Ob dies an der Schauspielerin liegt oder einfach an einer Marketingstrategie die besagt, das Männer der Geschichte interessanter sind ist schwer zu sagen. Unabstreitbar ist jedoch, dass Christa Théret als Maria in ihren Szenen alle gegen die Wand spielt. Eine starke Frau steht vor einem, egal ob Selbstzweifel, Angst oder Rage ihre Gefühle kontrollieren. Théret schafft es, einen vom ersten Augenblick an in den Bann zu ziehen. Kaum tritt sie vor die Kamera, schaut man nur auf sie. Ihre Jugendlichkeit bricht sich perfekt mit der Stärke der Figur, aber wohl auch der Schauspielerin selber.

Auch in Teil 2 überzeugt neben dem Drehbuch und der Inszenierung die Ausstattung am meisten. Von Kopf bis Fuß von Burgkeller bis Burgturmspitze, MAXIMILIAN – DAS SPIEL VON MACHT UND LIEBE ist ein Augenschmauß. Die Liebe zum Detail lässt die Welt auch hinter, neben und vor den Schauspielern zum Leben erwecken. Die großartigen Locations steuern ihren Teil bei und führen einen Bild für Bild in eine andere Zeit, eine andere Welt, zurück.

Die Angst ist verflogen (Angst? Wieso Angst? Hier die Erklärung.). Mittlerweile sitze ich gefesselt vor dem Fernseher und kann es kaum erwarten morgen Teil 3 zu sehen.

 

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