MOONLIGHT – Der Beste Film 2016 kommt nach Österreich

Morgen ist es endlich so weit. MOONLIGHT schafft es endlich auch in die österreichischen Kinos. 12 Tage nach den Oscars eine echte Glanzleistung. Aber nein, DANKE THIMFILM das es der „Best Picture“ Winner überhaupt in die heimischen Lichtspielhäuser schafft. Ich hoffe die anderen Verleiher beißen sich jetzt ordentlich in den Hintern.

Ja, okay, ich weiß, ich kann mich glücklich schätzen, dass das späte Anlaufdatum von MOONLIGHT momentan mein größtes Problem ist. Aber einmal ganz ehrlich. Wir leben im Jahr 2017 und wenn Netflix es mittlerweile schafft Serien weltweit gleichzeitig herauszubringen, sollte es doch möglich sein, Filme, die eine ganze Award Saison lang hoch gehandelt und gefeiert werden, auch nach Europa oder besser Österreich zu bringen. Und zwar VOR den Academy Awards.

Glücklicherweise war ich zu Jahresbeginn in New York und konnte mir daher alle Oscarfilme ansehen. Mein absolutes Highlight war schon damals MOONLIGHT. (Mein damaliger Post auf englisch ist hier zu finden.)

Leider war ich nicht stark genug um an den kleinen Indiefilm zu glauben und hätte mein Geld auf LA LA LAND gesetzt. (meine Oscar Prognose gibt es hier) So sehr es mir leid tut für die Produzenten der Musicalverfilmung mit Emma Stone und Ryan Gosling, und selbst ich ihnen diese Oscarpanne (was passiert ist, könnt ihr hier lesen) nicht gewünscht hätte, so sehr habe ich mich gefreut, als der „Fehler“ aufgedeckt und MOONLIGHT als Bester Film 2016 ausgezeichnet wurde. Was sagt man dazu!? Die Academy vergibt die wohl begehrteste Trophäe tatsächlich an den besten Film des Jahres!

MOONLIGHT erzählt die Geschichte von Chiron, einem afroamerikanischen Jungen aus Miami, Florida. Mit einer Cracksüchtigen Mutter (brillant dargestellt von Naomi Harris), in der Schule von den Mitschülern schikaniert muss sich der Heranwachsende in sich selbst und seiner Sexualität erst finden. Kein leichtes Spiel, wenn man in so einem Umfeld aufwächst.

In drei Teile strukturiert zeigt der Film drei prägende Phasen in Chirons Leben. Alex Hibbert (als Little), Ashton Sanders (als Chiron) und Trevante Rhodes (als Black) zeichnen dabei einen interessanten aber sehr verletzlichen Menschen.

Drehbuchautor („Best Adapted Screenplay“) und Regisseur Barry Jenkins schafft ein wundervolles Porträt auf die Leinwand zu bringen. Vom ersten Moment an fiebert man als Zuschauer mit, leidet mit, spürt die Angst und Sorgen dieses Jungen, der mit all diesen Problemen noch nicht konfrontiert werden dürfte. Jedes der drei Kapitel schafft es den sichtbaren und unsichtbaren Schmerz von Chiron mit wundervollen Bildern und einem großartigen Soundtrack und Score zu unterstreichen. Teilweise unangenehm für den Zuschauer ist genau das die Stärke dieses Films: Nichts wird verschönert, nichts verharmlost.

Es ist ein Film über einen Jungen der zu einem Mann wird, einen Kampf, verursacht durch äußere Einflüsse, die Tatsache, dass wir durch unsere Umgebung, unsere Umstände beeinflusst und geformt werden. Es geht um Kummer, der Suche nach Liebe und Schmerz und wie man beides, aus Selbstschutz, emotionslos zur Seite schiebt. Um Tyrannen, Einsamkeit und dem Fakt, dass wir alles aus und für die Liebe tun.

MOONLIGHT ist der wichtigste Film 2016, oder vielleicht sogar seit vielen Jahren. Er zeigt Hollywood, das auch Geschichten über und mit Schwarzen Geld machen (Hidden Figures – muss ich mehr sagen?). Das Indie Produktionen ebenso gehört werden, wie große Studiofilme. Und, das alle, aber insbesondere solche, Geschichten wichtig sind und gesehen werden müssen!

MOONLIGHT ist ab dem 10. März in den österreichischen Kinos zu sehen!

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