No Excuses. Inspiration von Casey Neistat

(c) Pexels

Youtuber Casey Neistat sticht nicht nur durch seinen ganz eigenen Vlogging Stil aus der Masse heraus. Vor allem wenn er sich dem Thema Lifeadvice widmet, schafft er es immer wieder besonders inspirierende Videominuten hochzuladen. Mit NO EXCUSES ist ihm wieder genau so etwas gelungen. Warum mich das Video seit Tagen beschäftigt, lest ihr hier.

„Don’t let your Obstacles become your Excuses.“
Lass Hindernisse nicht zu Ausreden werden.

Ich war achtzehn Jahre alt, als ich glaubte mein ganzes Leben zu kennen. Ich glaubte zu wissen was kommen wird, was mich erwartet. Wo ich landen werde. Ich hatte Träume, Pläne, Ziele. Amerika. New York. Die Schauspielerei. Das ich zwei Jahre später vor dem Scherbenhaufen meines Lebensplans stehen würde, konnte ich damals noch nicht ahnen.

Ich wuchs behütet auf, hatte das Glück im Leben alles beim ersten Versuch zu schaffen. Mir fielen Schulnoten in den Schoß ohne stundenlang lernen zu müssen. Ich schaffte es Geigenstücke zu spielen ohne zuhause zu üben. Ich spielte Hauptrollen in Schulstücken und wurde Ensemblemitglied in der Kindermusicalgruppe. Wirkliche Herausforderungen gab es nicht. Und wenn es sie gab, bemerkte ich sie nicht einmal. Ich war ein selbstbewusster kleiner Bulldozer. Nichts konnte mich stoppen.

Aber die Fassade täuschte. Denn kaum stellte sich mir eine echte Ziegelwand entgegen, war ich an meine Grenzen angelangt. Plötzlich war ich nicht mehr die Einzige mit diesem Traum, plötzlich hieß es zu kämpfen. Diese kleinen Hindernisse, an denen ich hätte wachsen können, wurden mehr und mehr zu Ausreden. Bis alles zusammenbrach und ich aufgab. Einfach so. Ich war zwanzig und musste neu beginnen. Zumindest redete ich mir das ein. Heute, sechs Jahre später, habe ich genug dazugelernt und es endlich geschafft mich aus dem dunklen Loch, das mich so viele Jahre eingenommen hat, herauszuziehen. Ich bin nicht dort wo ich sein will, aber ich kämpfe darum. Denn trotz der harten Jahre bin ich gestärkt aus dieser Erfahrung gegangen.

Hilfe suchen

Ein ganz wesentlicher Faktor, der mir dabei geholfen hat wieder auf den „richtigen“ Weg zurückzufinden war meine Therapeutin. Vor drei Jahren habe ich mir professionelle Hilfe gesucht. Ich habe lange Zeit davon gesprochen, mich aber schlussendlich doch nie getraut. Es ging ja immer wieder auch bergauf. Aber nach einer gemeinsamen Reise nach Berlin haben auch meine Eltern gemerkt, dass es mir mental einfach nicht gut ging. Sie haben mir eine Therapeutin empfohlen und zu der bin ich für eine relativ kurze Zeit (ich glaube es waren zehn Sitzungen) gegangen. Und ehrlich gesagt, sie hat mir all das vor Augen geführt, was auch meine Mutter schon lange Zeit immer wieder zu mir gesagt hat. Aber anscheinend musste ich es von jemand neutralen hören. Meine Therapeutin hat mir geholfen zu akzeptieren, dass einige Dinge einfach nicht so passiert sind wie ich es wollte und das es okay ist zu scheitern. Ich möchte nicht sagen, dass ich „geheilt“ aus der Therapie gegangen bin. Ich habe noch weitere zwei Jahre gebraucht um diese Akzeptanz wirklich ganz zuzulassen, aber ich weiß, dass mich diese Therapiestunden auf den richtigen Weg geschickt haben. Und wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel.

Neue Träume zulassen

Ganz schlimm war für mich die Tatsache, dass mein großer Traum der Schauspielerei damals zerstört wurde. Irgendwie habe ich es geschafft mir die ganze Sache auszureden, mir so viele negative Gedanken dazugemacht, dass ich es einfach nicht mehr machen wollte. Trotzdem konnte ich lange Zeit nicht loslassen und habe es immer wieder versucht. Ohne Erfolg. Bis ich auch hier akzeptiert habe, dass die Schauspielerei momentan einfach nicht mehr das ist, was es einmal für mich war. Vielleicht kommt der Wunsch irgendwann wieder auf in mir, aber mittlerweile habe ich zugelassen, diesen Traum gehen zu lassen und widme mich Dingen, die mir wirklich Freude bereiten. Das Schreiben! Es ist das was mich glücklich macht und das, was zu meinem neuen Traum wurde. Vieles hat sich in den letzten Jahren verändert. Man wird reifer, man macht gute und schlechte Erfahrungen. Träume verändern sich und das ist auch in Ordnung. Ich sage nicht, dass man sofort aufgeben soll, wenn etwas nicht klappt. Aber manchmal stimmt einfach der Zeitpunkt nicht oder es passt einfach nicht mehr. Es ist in Ordnung einstige Träume gehen zu lassen und neue Träume, Ziele und Wünsche in sein Leben zu lassen.

Ein Hund (Grund)

Nein. Damit meine ich nicht, dass jetzt jeder ins nächste Tierheim laufen und sich einen Vierbeiner holen soll. Die Anschaffung eines Hundes oder generell eines Haustieres MUSS gut überlegt sein. Trotzdem möchte ich meine Jack Russell Hündin hier anführen, denn sie ist ein wichtiger Grund, warum ich heute wieder mental gestärkt bin, Träume und Ziele habe und auch dafür arbeite. Vielleicht ist für jemand anderen dieser „Hund“ ein Freund, ein Familienmitglied, die beste Freundin, eine Katze, Hamster, Goldfisch oder ein Hobby wie das Tennisspielen, Malen, Singen, Tanzen, Mathematik, Astronomie…was auch immer. Etwas, das einen ablenkt, einem Spaß und Freude bereitet. Ein Grund, um diesen Träumen und Zielen nachzugehen. Penny ist mein Grund, weil ich die Zeit für sie haben will. Immer für sie da sein will. Ausflüge und Urlaube mit ihr machen möchte. Ich möchte ihr ein schönes Hundeleben bieten. Sie ist mein Antrieb an meinem Traum vom Schreiben zu arbeiten, weil ich durch das Schreiben die Freiheiten habe, die ich mir für mich und meinen kleinen haarigen Lebensbuddy wünsche.

Auch wenn ich mit 26 Jahren noch nicht die Weisheit mit dem Löffel gegessen habe, habe ich einiges in meinem doch jungen Leben erlebt. Mittlerweile bin ich stolz auf die Erfahrungen die ich gesammelt habe und schaffe auch meine Auslandsjahre nicht mehr als Scheitern anzusehen. Ja, 100%ig wird das leichte Zwicken im Herzen nie weggehen, wenn ich an die Zeit zurückdenke. Aber ich bin an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich glücklich und zufrieden bin. Und neben der Tatsache, dass man nicht alles vorhersehen kann und „nix im Leben fix“ ist, habe ich vor allem gelernt für Dinge die mir wichtig sind zu kämpfen. Wieder mutig zu sein. Und ich kann eines sagen: Es fühlt sich GEIL an!

Lasst kleine Hindernisse, kleine Rückschläge nie eure Träume zerstören. Ja, zu versagen tut weh. Aber es tut noch mehr weh Dinge gar nicht erst probiert zu haben. Wir haben nur ein Leben. Warum nicht am Ende sagen können „Ich habe es zumindest probiert.“? Ich musste es auf diese Art lernen. Und es war sicher nicht das letzte Mal, das ich ordentlich auf die Fresse gefolgen bin. Aber ich weiß jetzt, dass ich stark genug und es wert bin meine Träume und meine Ziele zu haben und nach ihnen zu streben. Ich weiß nicht, wo ich ohne diese Erfahrungen heute wäre und ganz ehrlich, ich will es gar nicht wissen, denn da wo ich gerade bin ist genau richtig!

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